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Klartext im politischen Dialog: Es braucht Praxisnähe

12.12.2025 von Nicole Angela Buck

Malerinnung Neckar-Fils fordert mehr Praxisnähe

Die Maler- und Lackiererinnung Neckar-Fils hat sich im November 2025 erneut mit Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik zu einem offenen Austausch getroffen. Das Gespräch bei der Firma Hartmann in Holzmaden verlief deutlich, kritisch und dennoch konstruktiv.

Zu Beginn wurde unmissverständlich klargemacht: Die Lage im Handwerk ist ernst. Viele Betriebe verlieren zunehmend das Vertrauen in politische Entscheidungen, da diese im Alltag kaum Wirkung entfalten oder neue bürokratische Hürden schaffen. Die Stimmung in den Betrieben ist angespannt, der Frust wächst.

Zentrale Themen waren die Vergabe öffentlicher Aufträge, die zunehmende Beauftragung von Generalunternehmern sowie die fehlende Berücksichtigung regionaler Handwerksbetriebe. Die Innung machte deutlich, dass lokale Vergaben nicht nur Qualität sichern, sondern auch Gewerbesteuern in den Kommunen halten und langfristig Kosten vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt war die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) in der Region Stuttgart. Hier bestehen erhebliche organisatorische und praktische Probleme, die andere Regionen in Baden-Württemberg längst gelöst haben. Die Innung forderte mehr Transparenz, praktikable Lösungen und eine stärkere Einbindung der Betriebe.

Auch gesetzliche Vorgaben, etwa im Bereich Energieeffizienz und Sanierung, wurden kritisch beleuchtet. Praxisferne Regelungen führen dazu, dass notwendige Maßnahmen gar nicht umgesetzt werden – mit negativen Folgen für Klimaziele, Betriebe und Eigentümer gleichermaßen.

Weitere Themen waren die Situation integrierter ausländischer Fachkräfte, die trotz Engagement und Arbeitsverhältnis oft keine Perspektive erhalten, sowie die zunehmende Verlagerung von Versicherungsaufträgen an überregionale Dienstleister zulasten regionaler Betriebe.

Die anwesenden Politikerinnen und Politiker betonten ihren Willen zum Dialog und signalisierten Gesprächsbereitschaft, insbesondere bei der Vergabepraxis und der ÜBA-Thematik. Vereinbart wurde, diese Punkte weiterzuverfolgen und den Austausch fortzusetzen.

Die Malerinnung Neckar-Fils zieht ein klares Fazit:
Das Handwerk braucht weniger Ankündigungen und mehr Entscheidungen, die in der Praxis funktionieren. Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen und die Zukunft des regionalen Handwerks gesichert werden.

 

 

Fotos: DAS KONZEPT

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Tel. 0711/ 300 99 03
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